Emsländische Volksbank will Hauptstelle erweitern

Die Emsländische Volksbank Meppen (EVB) eG hat im Rahmen zweier Mitgliederversammlungen im Gasthaus Kamp in Meppen ihre Geschäftsentwicklung für den Marktbereich Süd (Meppen und Groß Hesepe) präsentiert. Sie plant eine Erweiterung ihres Hauptstellengebäudes an der Emsstraße.

Vorstandsvorsitzender Frank Thiel erläuterte in der ersten Versammlung den Mitgliedern die Geschäftsentwicklung des Meppener Kreditinstitutes im Geschäftsjahr 2017 und den ersten sieben Monaten diesen Jahres. Dabei könne von einer „sehr erfreulichen Entwicklung“ gesprochen werden, meinte Thiel.

Nach einem „negativen Trend“ – verursacht durch die Niedrigzinsphase und zunehmender Regulatorik – könne in diesem Jahr wieder ein Zuwachs des Betriebsergebnisses erzielt werden, hoffte Thiel. Thiel freute sich über die „Umkehr des Negativtrends“ und lobte besonders die Mitarbeiter der Bank. „Das sind die Früchte der Arbeit der Mitarbeiter vor Ort“, erklärte der Bankvorstand.

Nah, modern und begeisternd aufstellen

In der zweiten Versammlung am folgenden Tag erklärte Vorstandsmitglied Klaus Krömer, dass es Ziel der EVB sei „die erste Adresse für Bankgeschäfte in der Region zu sein.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sei es erforderlich, sich nah, modern und begeisternd aufzustellen. Dies bedeute, durch persönliche Beratung zu überzeugen und neue digitale Lösungen und Zugangswege anzubieten. „Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden mehr bieten als Zins und Tilgung, nämlich eine erstklassige Leistung zu fairen Preisen“, ergänzte Krömer. Dies sei der richtige Weg, um die Kunden langfristig an sich zu binden und zu begeistern. „Wir müssen die permanente Kundenorientierung stärker in den Fokus nehmen“, sagte Krömer und verwies auf den Anspruch der Bank, moderner zu werden. Damit seien sowohl Investitionen in die fortschreitende Digitalisierung gemeint, die sich auch auf das Bankgeschäft auswirkten, als auch in die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem plane die EVB die Modernisierung ihrer Filialen.

Fast jeder zweite Kunde Mitglied

Marktbereichsleiter Frank Tholen ging auf die Geschäftsentwicklung der Filialen in Meppen (Emsstraße, Esterfeld, Neustadt und Nödike) und in Groß Hesepe ein. Die Zahl der Kunden im Marktbereich Süd bezeichnete Tholen mit etwa 21000 Kunden „stabil“ und die Zahl der Konten (53 000) „etwa gleichbleibend“. Obwohl die Zahl der Mitglieder mit knapp 10000 „leicht zurückgegangen“ sei, verdeutliche die Zahl aber, dass fast jeder zweite Kunde auch Mitglied und damit Eigentümer der Genossenschaftsbank sei, stellte der Marktbereichsleiter fest.

Kundenkredite um 15 Millionen Euro gestiegen

Die Kundenkredite, so Tholen, stiegen im ersten Halbjahr dieses Jahres um 15 Millionen Euro. Das entspreche einer Steigerung von 4,7 Prozent. Das „reale Neugeschäft“ sei deutlich höher, da die erfolgten Tilgungen der Bestandskredite durch das Neugeschäft aufgefangen würden, so der Marktbereichsleiter. Aktuell betrage das Kreditvolumen inklusive übernommener Bürgschaften im Marktbereich Süd 322 Millionen Euro, wobei ein „großer Träger“ in dem Segment das Privatkundengeschäft – also der Baufinanzierungsbereich – sei, machte Tholen deutlich.

Die Kundeneinlagen inklusive der Anlagen bei der genossenschaftlichen Finanzgruppe betrage, ähnlich wie Ende des Jahres 2017, Stand Ende Juli 2018 386 Millionen Euro. Besonders würden kurzfristige und sicherheitsorientierte Anlagen nachgefragt, sagte Frank Tholen. „Dass die Leistungen der EVB bei den Kunden ankommen“ und die Bank selbst eine „starke Position“ in der Region einnehme, zeige der Anstieg des Kundenwertvolumen um 2,6 Prozent auf 967 Millionen Euro. Das Kundenwertvolumen umfasst alle Einlagen und Kredite der Volksbankkunden mitsamt den Anlagen bei den Verbundpartnern wie beispielsweise der Union Investment und der Schwäbisch Hall Bausparkasse.

Konkret ging Tholen abschließend auf die Erweiterung der Hauptstelle an der Emsstraße ein. In Richtung Emsbrücke werde direkt an dem vorhandenen Gebäude ein neuer Anbau entstehen. Das bestehende Hauptstellengebäude solle umfassend renoviert werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 geplant, so dass im Jahr 2021 oder 2022 die neuen Räumlichkeiten genutzt werden könnten.

MT, 23.11.2018