Motek

„Motek“ - Udo Hammer, (1942-2013),

Studium und Förderstudium an der Staatlichen Kunstschule Bremen, 1962 - 1967.

1968 - 1986     Art Director und freier Maler,

ab 1986          Signum Motek,

1987-1990       Mitglied der Künstlergruppe URBAN                                   ART, Berlin.

1990               Gründung der Galerie art & present in                                   Meppen, lebte und arbeitete seit 1994 in                               Meppen.

 

Bilder und Bildobjekte widerspiegeln Arbeits- und Lebensform zugleich. Künstlerisches Arbeiten ist für Motek Prozess, Prozess im Umgang mit ästhetischem Material von Linie, Fläche, Farbe und plastischen Zusätzen. Dieser Prozeß ist lebensgeschichtlich gefärbt und Überprüfung zugleich. Der Künstler Motek überprüft sowohl seine Lebens-Weise wie auch immer wieder seine Arbeitsformen.

Erkundungen nimmt er solchermaßen vor, das die malerische Sprache - in Bildfolgen mit plastische Exkursionen betrieben wird und Kunde für den Betrachter gibt. Wir Rezipienten werden kundig über Moteks geheime Skripturalität, seine Prozeßhaftigkeit, so nicht stillzustehen scheint (wie in Moteks Leben gleichfalls nichts still-steht). Er setzt „in Gang“ bewahrt auf, sammelt arrangiert Bekanntes. Aber immer neu, transitorisch und einfallsreich. Denn Kunst als Lebensform heißt nichts anderes als ein Bild, ein Objekt aus innerem Trieb und von Obsession getragen so zu formulieren, dass andere Bilder gleichsam nachgezogen werden. Ein Bild, ein Objekt zieht gleichsam das andere nach – und den Künstler Motek mit. So ist er selbst gleichermaßen Subjekt des Prozesses zu nennen, indem er wiederum der eigenen, künstlerischen Produktionsweise unterworfen ist, und das als Kontrolleur. Denn trotz aller Spontaneität, Gestik und souverän-lässig betriebener Pinselschrift ist seine Malerei und Objektkunst kontrolliert gemacht, sprich durchkomponiert. Im Formalen, nur das kennzeichnet den hohen Rang der Arbeiten, ist die kompositorische Raffinesse zwar nicht ausschließlich aber doch der tragende Movens. Was Motek nicht macht, uns Betrachter in einen ästhetischen „Kompositionskanon“ zu führen, uns gar in vorgefasster Betrachterhaltung zu belassen. Es befriedigt keine herkömmliche Sichtweisen, er malt nicht „angenehm“. Moteks Malerei und skulpturale Arbeit ist die In-Form-Setzung einer Sehweise, die das Existentielle und Triebhafte, nicht verleugnet.

So wie in der Lebenskontinuität der Prozess nicht abgeschlossen ist, so ist auch Moteks künstlerischer Prozess nicht abgeschlossen, wird von ihm „vorangetrieben“, aufgearbeitet, verändert und wieder neu gedeutet. Dieses mit den bildnerischen Mitteln, die er für die Bühne der Kunst wählt, auf dessen Boden sich der Künstler Motek sicher und gekonnt bewegt.

Vorwort: Prof. Dr. R.-H. Geller

Exponat für die EVB-Kunstsammlung